PKV oder GKV: Unterschiede und Entscheidungskriterien

Fachlich geprüft von Andreas Tonn · Oktober 2026

Kurz beantwortet

Ob PKV oder GKV besser passt, hängt von Ihrer Situation ab. Zuerst zählt, ob Sie überhaupt wählen können: Das hängt vor allem von Beschäftigung und Einkommen ab. Danach sind Beitragsentwicklung, Familie, Gesundheit und Ihre langfristige Planung entscheidend. Die private Krankenversicherung ist nicht automatisch die bessere Lösung.

Können Sie überhaupt wählen?

Die Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung steht nicht allen offen. Für Angestellte endet die Versicherungspflicht in der gesetzlichen Krankenversicherung, wenn das regelmäßige Jahresarbeitsentgelt die Jahresarbeitsentgeltgrenze übersteigt (§ 6 Abs. 1 Nr. 1 SGB V). Für 2026 liegt diese Versicherungspflichtgrenze bei 77.400 Euro im Jahr, das sind 6.450 Euro im Monat. Wird sie überschritten, endet die Versicherungspflicht grundsätzlich zum Ende des Kalenderjahres (§ 6 Abs. 4 SGB V).

Beamtinnen und Beamte sind in der gesetzlichen Krankenversicherung versicherungsfrei, wenn sie nach beamtenrechtlichen Vorschriften Anspruch auf Fortzahlung der Bezüge und auf Beihilfe oder Heilfürsorge haben (§ 6 Abs. 1 Nr. 2 SGB V). Auch Selbstständige und Freiberufler können sich privat versichern. Wie das in Ihrem Fall konkret aussieht, hängt von Ihrer Erwerbsform und Ihrer bisherigen Versicherung ab.

PKV für Angestellte: Wechsel, Grenze und Zuschuss

PKV für Beamte: Beihilfe, Restkostenversicherung und Familie

PKV für Selbstständige und Freiberufler: Tarife, Selbstbehalt und Krankentagegeld

So unterscheiden sich die Beiträge

In der gesetzlichen Krankenversicherung richtet sich der Beitrag nach den beitragspflichtigen Einnahmen. Berücksichtigt werden Einkünfte nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze, 2026 sind das 69.750 Euro im Jahr. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6 Prozent, hinzu kommt ein kassenindividueller Zusatzbeitrag (durchschnittlich 2,9 Prozent). Arbeitnehmer und Arbeitgeber tragen die Beiträge je zur Hälfte. Kinder, Ehegatten und Lebenspartner können beitragsfrei familienversichert sein.

In der privaten Krankenversicherung hängt der Beitrag nicht vom Einkommen ab, sondern unter anderem von Alter und Gesundheitszustand beim Eintritt, vom gewählten Tarif und Leistungsumfang und von einer möglichen Selbstbeteiligung. Eine beitragsfreie Familienversicherung wie in der GKV gibt es nicht, Familienmitglieder werden einzeln versichert. Für das Alter bilden Versicherer Alterungsrückstellungen. Beiträge können dennoch steigen: Versicherer dürfen sie bei dauerhaft gestiegenen Kosten anpassen, wenn ein unabhängiger Treuhänder zustimmt.

Kriterien für Ihre Entscheidung

  • Wählbarkeit: Gehören Sie zu den Personengruppen, die sich privat versichern können?
  • Einkommen und Planbarkeit: Wie sicher ist Ihr Einkommen in den nächsten Jahren, auch bei Elternzeit, Teilzeit oder Selbstständigkeit?
  • Familie: Planen Sie Kinder oder ist Ihr Partner nicht berufstätig? In der PKV braucht jede Person einen eigenen Vertrag.
  • Leistungen: Welche Leistungen brauchen Sie? Das gesetzliche Leistungsspektrum ist einheitlich geregelt, in der PKV vereinbaren Sie es vertraglich.
  • Gesundheit: In der PKV stellt der Versicherer vor Vertragsschluss Gesundheitsfragen. Vorerkrankungen können zu Risikozuschlag, Leistungsausschluss oder Ablehnung führen.
  • Beitrag im Alter: Wie tragfähig ist der Beitrag auch dann, wenn das Einkommen sinkt?

Grenzen dieser Übersicht

Dieser Beitrag ersetzt keine Beratung. Rechengrößen wie Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze werden jedes Jahr angepasst, die genannten Werte gelten für 2026. Ob ein Wechsel für Sie sinnvoll ist, hängt von Ihrer beruflichen, gesundheitlichen und finanziellen Situation ab. Ein späterer Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht in jedem Fall möglich.

Quellen

Weiterlesen

Noch eine Frage offen?

Besprechen wir, was die Informationen für Ihre persönliche Situation bedeuten.

Persönliches Gespräch vereinbaren
Anrufen