Berufsunfähigkeit
BU-Rente planen: Bedarf, Laufzeit und vorhandene Ansprüche
Fachlich geprüft von Andreas Tonn · Oktober 2026
Kurz beantwortet
Als Richtwert nennt die Verbraucherzentrale rund 80 Prozent des derzeitigen Nettoeinkommens. Die Rente sollte laufende Ausgaben wie Miete und Haushaltskosten abdecken und idealerweise bis zum Eintritt in den Altersruhestand laufen. Prüfen Sie dabei, welche Ansprüche Sie bereits haben, denn die gesetzliche Erwerbsminderungsrente ist an strengere Voraussetzungen geknüpft.
Den Bedarf ermitteln
Ausgangspunkt ist Ihr Nettoeinkommen. Die Verbraucherzentrale nennt 80 Prozent vom derzeitigen Netto als oft guten Richtwert. Rechnen Sie nach, welche festen Ausgaben im Ernstfall weiterlaufen: Wohnen, Versicherungen, Mobilität, Unterhalt, Kredite und Rücklagen. Ein Teil davon kann entfallen, ein Teil kommt womöglich hinzu, etwa Kosten für Pflege oder Therapie.
Welche Ansprüche bestehen bereits?
Die gesetzliche Rentenversicherung zahlt keine Berufsunfähigkeitsrente, sondern eine Erwerbsminderungsrente. Sie setzt nach Angaben der Deutschen Rentenversicherung voraus, dass Sie wegen Krankheit oder Behinderung weniger als sechs Stunden täglich arbeiten können, und zwar in jeder Tätigkeit, nicht nur im bisherigen Beruf. Bei weniger als drei Stunden täglich liegt volle Erwerbsminderung vor, bei drei bis unter sechs Stunden teilweise Erwerbsminderung. Außerdem müssen Sie mindestens fünf Jahre in der Rentenversicherung versichert sein und in den letzten fünf Jahren vor Eintritt der Erwerbsminderung mindestens drei Jahre Pflichtbeiträge gezahlt haben.
Die Verbraucherzentrale weist darauf hin, dass die Erwerbsminderungsrente durchschnittlich unter dem Grundsicherungsniveau liegt. Eine private Berufsunfähigkeitsversicherung sichert dagegen den bisherigen Beruf ab. Wie hoch Ihr gesetzlicher Anspruch ist, zeigt Ihnen die Renteninformation der Deutschen Rentenversicherung.
Laufzeit festlegen
Die Verbraucherzentrale empfiehlt, den Vertrag idealerweise bis zum Eintritt in den Altersruhestand abzuschließen, also bis zum 67. Lebensjahr. Eine kürzere Laufzeit senkt den Beitrag, lässt aber eine Lücke zwischen Vertragsende und Rentenbeginn.
Rente und Bedingungen zusammen betrachten
- Dynamik: Sie hilft, Einkommenssteigerungen und Inflation auszugleichen, damit die Kaufkraft der Rente erhalten bleibt.
- Nachversicherungsgarantie: Sie ermöglicht bei bestimmten Ereignissen wie Heirat, Geburt eines Kindes oder beruflichem Aufstieg eine höhere Rente ohne erneute Gesundheitsprüfung.
- Verzicht auf die abstrakte Verweisung: Der Versicherer verweist Sie dann nicht auf andere Tätigkeiten. Mehr dazu im Beitrag zu den Vertragsbedingungen.
Der passende Umfang hängt von Ihrem Einkommen, Ihrer Familie und Ihren laufenden Verpflichtungen ab. Diese Hinweise ersetzen keine persönliche Bedarfsberechnung.
Quellen
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